Friedrich Schorlemmer zu den Tagebuchblättern:
"Der Geist des wunderbaren Aufbruchs, dieser gewaltigen Gewaltlosigkeit vom Herbst 89, dieser spirituell bestimmten Volkserhebung, wo Kirchen sich nicht nur offen machten sondern auch Kirchenferne für die Botschaft des Friedensfürsten offen wurden, wo innerlich entlastete Menschen sich trauten, endlich aufrecht zu gehen, sich zusammenzuschließen, den Mund aufzumachen und so mündig zu werden - dies alles ist mit Mitteln der Collage künstlerisch verdichtet in diesen Blättern von Matthias Klemm.
Was von Leipzig ausging, vollzog sich im ganzen Land in ähnlicher Weise, Klemms Arbeiten sind bisher wohl die einzigen bildnerischen Zeugnisse, die den revolutionären Aufbruch von 1989 künstlerisch festhalten. Sie verdienen es - neben Dokumentationen, Texten, Fernsehbildern, Fotos - , uns 20 Jahre danach neu vor Augen zu kommen und vor Augen zu bleiben.