Bachzyklus B
B - Bereitet die Wege, bereitet die Bahn (Adventskantate) - Vorbereitung - Inkarnation
Chronologische Gedanken zum Gestaltungsprozeß
Ein Grafikzyklus "Bach", gleich den Intervallen kompositorisch angeordnet, ist eine reizvolle Aufgabe. Zuerst muß es gute Grafik werden. Darüber hinaus bietet sich die Verbindung an in der musikalischen Grundstimmung von Bild und Musik. Polyphoner Charakter und architektonische Grundform – übergeleitet in grafische Raumebenen.
Von der Thematik her ist es Bach in seiner Vielfalt. Von der grafischen Darstellungsform in Technik und Format entspricht es dem kammermusikalischen Bereich, etwa dem eines Streichquartett.
Bachzyklus A
A - Aus tiefer Not schreie ich zu dir (Der tiefste Ton des Notenensembles) - Passion - menschliche Abründigkeit
Des weiteren wäre denkbar, gleich dem Bach’schen Zahlenspiel, ein Arbeiten mit den Buchstaben als verbalem Ausdrucksträger geistlicher Inhalte. Ein Spezifikum seiner Musik – die große Form und gleichzeitige Feingliedrigkeit, metrische Vielschichtigkeit und expressive Dynamik.
Das Bachporträt in seiner fugenhaften Gliederung wird nach längerer Überlegung Blatt 1 werden. Dieser Komponist ist ein Beispiel, wie sich musikalisches Anliegen punkto Monumentalität, Feingliedrigkeit und Sensibilität, in rhythmischer Gliederung des Gesichtes zeigt (Ähnlich bei Mozart, Händel, Reger, Beethoven etc.). Zum anderen wäre schon ein Motiv vorhanden, früher unter dem Titel "Große Fuge". Ich werde das im Parodieverfahren anwenden, der Bach’schen Schaffensmethode ähnlich, vielleicht als Blatt 3. Der Bachkopf zu den drei anderen abstrakten Gestaltungen könnte ein zusätzlicher grafischer Kontrapunkt werden.
Bachzyklus C
C - Christus, der Herr ist mein Leben (Der größte Intervallsprung nach oben) - Auferstehung - Erhöhung
Nun habe ich ein Gesamtkonzept, welches den musikalischen Gedanken BACH grafisch erweitert. In den Intervallen liegt gleichzeitig Programmatisches, die heilsgeschichtliche Abfolge betreffend:
B – Bereitet die Wege, bereitet die Bahn – Vorbereitung – Inkarnation
A – Aus tiefer Not schreie ich zu dir – Passion – menschliche Abgründigkeit
C – Christus, der Herr ist mein Leben – Auferstehung – Erhöhung
H – Herr Gott, dich loben wir – ein strahlendes Abschlusscredo, weiterführend
In geistiger Auseinandersetzung zu sein, die Grenzen zwischen Wort, Bild und Musik nicht mehr zu spüren und sich beim Gestalten in diesem Formenkanon bewegen, allein das ist schon Erfüllung. – Ich bin wie in einem Rausch, im Bach-Rausch, nein! – Nicht Bach – das Meer rauscht und gießt seine dröhnende Substanz in den Ozean des Lebens.
Bachzyklus H
H - Herr Gott, dich loben wir - ein strahlendes Abschlusscredo, weiterführend
Im Blatt 4, ein chromatisches Kontern, oder der Mut zum Experiment dort, wo alles schon abgesichert in die Zielgeraden läuft. Das Verfremden, nicht nur aus Experimentierlust, sondern im lebendigen Widerspruch zu aller kreativen Substanz. Ein strahlendes Gebilde polyphoner Ausdrucksfreude.
a) BACH – Die letzten beiden Töne ähneln einander in ihrem Klang und geben eine Reibefläche
b) Inkarnation – Passion – Auferstehung – Auflösung
c) Tonika – Subdominante – Dominante - Tonika